Was ist Gentherapie?

Die Injektionen, die landläufig als Covid-19-Impfungen bezeichnet werden, sind gentechnologische Eingriffe in den Körper mit fragwürdigem Hintergrund und problematischen Konsequenzen - siehe dazu z.B. unsere Übersicht hier.


In gewissen Kreisen werden diese Injektionen als Gentherapie bezeichnet - einerseits um sie abzugrenzen von Impfungen im herkömmlichen Sinn, andererseits um zu verdeutlichen, dass es sich eben um gentechnologische Eingriffe handelt. Aber ist diese Bezeichnung korrekt? Was ist Gentherapie überhaupt?


Um diese Fragen zu beantworten, braucht es erst mal ein Grundverständnis von Genetik - siehe dazu z.B. unsere (einfach gehaltene) Einführung hier. Um die Essenz nochmals zu wiederholen: Unser Erbgut, festgeschrieben als DNA im Zellkern, steuert das Geschehen im Körper indirekt dadurch, dass es 1) die Bauanleitung von Eiweissen enthält und 2) Informationen enthält, welche die Eiweisssynthese beeinflussen - sprich: wann welche Eiweisse in welchem Ausmass gebaut werden. Die dadurch bedingte Anwesenheit oder Abwesenheit bestimmter Eiweisse steuert direkt die Vorgänge in unserem Körper. Ein Gen ist dabei ein Abschnitt der DNA, der als ganzes abgelesen wird und für den Bau eines Eiweisses (oder eines in sich abgeschlossenen Teiles davon) verantwortlich ist. Es ist also die "funktionale Einheit" unserer genetischen Maschinerie.


Um zu verstehen, was Gentherapie ist, braucht es zuerst ein Verständnis davon, warum Gene therapiert werden sollen. Dafür sind ein paar Ausführungen nötig.


Da Gene also die Baupläne von Eiweissen (bzw. Teilen davon) beinhalten, bedeutet das, dass fehlerhafte Gene zu Problemen beim Bau der zugehörigen Eiweisse führen können. Was wiederum sehr unterschiedliche Konsequenzen haben kann - siehe unten.


Aber zuerst: Wie kommt es überhaupt zu veränderten Genen? Wie im oben bereits verlinkten Einführungs-Text zur Genetik genauer erklärt, besteht der Informationsgehalt der DNA in der genauen Reihenfolge ihrer Bausteine, den Nukleotiden. Ändert sich diese, ändert damit also die gespeicherte Information. Solche Änderungen sind nicht ungewöhnlich. Sie kommen z.B. zustande bei der Zellteilung, die in einem grossen Teil unserer Zellen laufend stattfindet um das Zellmaterial zu erneuern - und welches ein fehleranfälliger Prozess ist. Sie kommen aber auch durch Umwelteinflüsse zustande, z.B. durch UV-Strahlung oder Zigarettenrauch. Dabei werden entweder einzelne Nukleotide durch andere ersetzt, oder es werden zusätzliche Nukleotide eingebaut oder bestehende fallen weg. Ein grosser Teil dieser sogenannten Mutationen an der DNA sind kein Problem, weil:

1) sie entweder sofort wieder geflickt werden durch ausgeklügelte Reparaturmechanismen, oder

2) sie keine wesentliche Rolle spielen, weil sie nur einzelne Zellen betreffen und der Körper in vielen Fällen gut damit umgehen kann, wenn einzelne Zellen "aus der Reihe tanzen", oder

3) sie gar keine nennenswerten problematischen Konsequenzen haben.


Bleiben Mutationen aber bestehen und wirken sie sich aus auf Zellen, welche an die Nachkommen weitergegeben werden, hat das zur Folge, dass die Mutation Teil wird vom Erbgut der Nachkommen und also in allen von deren Zellen vorhanden ist.


Das allein führt aber noch nicht zwingendermassen zu Problemen - auch bei problematischen Mutationen. Schliesslich haben wir ja, man erinnere sich, jedes Chromosom doppelt, einmal von der Mutter und einmal vom Vater (Chromosomen sind die Verpackungseinheiten der einzelnen DNA-Stränge). Ist ein Gen defekt wegen einer Mutation, kann also üblicherweise auf die intakte Version davon auf dem anderen Chromosom zurückgegriffen werden.


Fehlschlagen tut das insbesondere in folgenden beiden Fällen:


1) Der Defekt ist in beiden Chromosomen vorhanden. Passieren kann das nur bei Mutationen, die schon einen gewissen Verbreitungsgrad haben. Dann ist das so ein bisschen eine Lotterie: Hat man zufällig gerade zwei Elternteile erwischt, die beide das defekte Gen haben? (Die Chance dafür erhöht sich stark bei Fortpflanzung zwischen nahen Verwandten, da nähere Verwandtschaft einhergeht mit grösserer Übereinstimmung des Erbgutes.)


2) Der Defekt tritt auf den Geschlechtschromosomen auf. Zur Erinnerung: Unser Erbgut besteht im Normalfall aus 46 Chromosomen (was auch heisst: 46 DNA-Stränge) - je 23 von der Mutter und 23 vom Vater. 22 von diesen 23 enthalten im Prinzip sowohl in der mütterlichen als auch in der väterlichen Variante die gleichen Gene - bis eben auf besagte Mutationen. Dazu kommen aber die beiden sogenannten Geschlechtschromosomen, deren Kombination das Geschlecht ausmacht: Wird von beiden Elternteilen ein X-Chromosom geerbt, führt das zum weiblichen Geschlecht (XX), wird hingegen vom Vater ein Y-Chromosom geerbt, führt das zum männlichen Geschlecht (XY). X- und Y-Chromosom unterscheiden sich stark und nur ein kleiner Teil der in ihnen enthaltenen Gene sind auf beiden vorhanden. Das führt zu einer etwas komplizierten Vererbungs-Logik, z.B.: Defekt an einem Gen auf dem Y-Chromosom des Vaters führt bei Söhnen unweigerlich zu einem Problem, da diese ja nur ein Y-Chromosom haben und das vom Vater stammen muss - während Mädchen in diesem Fall nicht betroffen sind, da sie gar kein Y-Chromosom haben. Und analog für andere Kombinationen von Defekten und Geschlechtern.


Fazit: Unter ganz bestimmten Umständen wirken sich Mutationen der DNA auf die Nachkommen aus und führen bei denen dazu, dass das Erbgut aller Zellen Abweichungen von der "Norm" enthalten, die zu Problemen führen können.


Und jetzt kommt die Gentherapie ins Spiel: Naheliegenderweise kam mit fortschreitendem Wissen um Genetik und fortgeschritteneren Methoden der Gentechnik die Idee auf, in solchen Fällen in die menschliche Genetik eingreifen zu wollen. Insbesondere in folgendem Sinn: Wenn ein Gen eine Mutation aufweist, auf Grund derer der Körper ein bestimmtes Eiweiss gar nicht mehr herstellen kann oder nur noch so, dass es seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann, wäre das Ziel, dem Körper den korrekten Bauplan für dieses Eiweiss zu liefern - und zwar möglichst so, dass diese Information in die DNA des Erbgutes eingebaut wird und diese fortan also das tut, was sie gesunderweise tun würde: das richtige Eiweiss herstellen. Das ist die Grundidee von Gentherapie.


Die konkrete Umsetzung erfolgt auf Wegen, die durchaus Ähnlichkeit haben mit den beiden Verfahren, welche bei den Covid-19-Impfungen zum Zug kommen: Zufuhr von genetischem Material entweder direkt via RNA oder indirekt via modifizierter Viren (siehe unseren oben bereits verlinkten Text dazu hier). Das ist natürlich kein Zufall: Die Covid-19-Impfungen sind entwickelt worden basierend auf der Forschung im Bereich Gentherapie.


Was heisst das jetzt: Sind die Covid-19-Impfungen Gentherapie oder nicht? Nicht wirklich, weil sie etwas prinzipiell anderes machen: Gentherapie versucht, den Körper dazu zu bringen etwas herzustellen, was er braucht, und was er wegen einem Defekt nicht (oder nicht korrekt) herstellen kann. Die Impfungen bringen den Körper aber dazu etwas herzustellen, was ihm schadet. Das ist nur schon vom Wort her keine Therapie - und es ist vom Sinn her etwas sehr anderes. Zudem will Gentherapie das Erbgut verändern, während die Impfungen (gemäss offizieller Kommunikation) genau das nicht tun sollten.


Auf der anderen Seite kann auch gesagt werden: Beides versucht, in die Eiweisssynthese-Maschinerie des Körpers einzugreifen mit ähnlichen Mechanismen, und das eine ist aus dem anderen hervorgegangen, also kann auch für beides der gleiche Begriff verwendet werden.


Sprich: Es hängt von der genauen Definition des Begriffs "Gentherapie" ab, ob man beides darunter laufen lassen will oder nicht - und der Begriff wird sicherlich auch nicht überall gleich verwendet. Aber da mit "Therapie" sonst etwas sehr anderes gemeint ist als den Körper dazu zu bringen etwas herzustellen, was ihm schadet, wäre es wohl passender, auf den Begriff "Gentherapie" in diesem Zusammenhang zu verzichten. (Alternativ kann z.B. einfach von "gentechnologischen Eingriffen" gesprochen werden).


Wichtiger als das Vokabular ist aber noch folgender Umstand: Gentherapie ist, abgesehen von allen ethischen Bedenken, auch noch weit entfernt davon, eine sichere und zuverlässige Methode zu sein, und wird vor allem eingesetzt bei Menschen mit gravierenden gesundheitlichen Problemen - wo es also verkraftbar ist, wenn die Person als Folge des Eingriffs stirbt, weil sie entweder mit grosser Wahrscheinlichkeit auch sonst gestorben wäre, oder nur mit unakzeptablen Einschränkungen hätte weiterleben können. Es kann also nicht die Rede davon sein, dass die in diesem Zusammenhang entwickelten Technologien eine Basis sein könnten für einen Einsatz als Impfung in der breiten Bevölkerung. Dass das trotzdem gemacht wird, zeigt, wie sehr hier etwas in Schräglage ist.



Quellen: Die meisten Aussagen im Text sind biologisches Grundwissen. Konkret wurden folgende drei Bücher verwendet:

  • "Biology - A Global Approach", Campbell et al., Pearson, 11th Edition, 2017

  • "Biology - How Life Works", Morris et al., Macmillan, 3rd Edition, 2019

  • "Biology - The Unity and Diversity of Life", Starr et al., Cengage, 15th Edition, 2019

Was dadurch nicht abgedeckt ist, stammt aus diesem Text von Robert Malone vom 28.3.2022. (Robert Malone ist einer der Begründer der Technologien, die für Gentherapie eingesetzt werden.)



Text: Niels Kistler