Mein Körper als letzte Bastion

Natürlich könnte ich mich einfach impfen lassen.

Schliesslich stille ich ja längst nicht mehr, die Gefahr, dass mein Baby wegen meiner Impfung an der Verklebung seiner Blutplättchen stirbt, besteht also nicht.

Und ob die RNA-Gentherapie, wie die „Impfung“ eher heissen müsste, mich unfruchtbar machen könnte, who cares? Ich bin 55 und habe zudem zwei wunderbare Kinder.

Ja, wieso lasse ich mich nicht piksen? Ich könnte wieder reisen, einfach ins Flugzeug steigen, ohne lästigen PCR-Test. Und ins Theater, Kino, ins Restaurant, shoppen. Ich könnte wieder mitmachen – wenn das Leben dann endlich wieder losgeht.

Natürlich könnte ich mich impfen lassen.

Das Risiko, dass ich bleibende Schäden wegen den Impfungen entwickle, liegt ja angeblich bei ungefähr 0,2 Prozent. Sagt das Paul-Ehrlich-Institut. Allerdings liegt das Risiko, dass ich bleibende Schäden von Covid-19 bekomme oder gar daran versterbe, noch viel tiefer, im tiefstelligen Hundertstel-Prozent-Bereich.

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Ich lasse mich nicht impfen, weil Covid keine schwere Erkrankung ist.

Und ja, dass zwei Freundinnen von mir aus Altersheimen berichteten, wo die Heimleiter sich weigerten, die Fälle von unmittelbar nach den Corona-Impfungen Verstorbenen weiterzuleiten… muss ich nicht ernst nehmen.

Ich bin ja nicht 89. Und die Heimleiter haben sicher ihre guten Gründe, die Fälle nicht weiterzuleiten. Vielleicht haben sie ja die Verstorbenen falsch behandelt vorher? Keine Vollmontur getragen bei ihrem morgendlichen Rundgang oder so? Und überhaupt, vielleicht lügen ja meine Freundinnen, diese Covid-Rebellen.

Dass die Alten an den Vorerkrankungen und nicht an den Impfungen gestorben sein sollen, wie es von offizieller Seite heisst, grenzt allerdings an Rechtsverdrehung. Bei Covid-19-Toten gelten Vorerkrankungen schliesslich auch nicht. Da bedeutet ein positiver PCR-Test, dass man an Covid gestorben ist. Punktum.

Also bisher bin ich um einen PCR-Test herumgekommen. Ich würde gegenüber meinem Arbeitgeber lügen, wenn ich Fieber und eine laufende Nase hätte. Ich würde sagen, dass ich mich beim Sport verletzt habe. Und drei Tage zuhause bleiben.

Und die Hilfsschwester, die meiner Tochter sagte, sie dürfe es nicht weitersagen, wenn Geimpfte schwere Symptome entwickeln und im Spital behandelt werden müssen. Die Hilfsschwester ist 20 und hat Matura gemacht. Jetzt arbeitet sie ein bisschen im Spital.

Soll ich dieser Tochterfreundin vertrauen?

Ich vertraue lieber Statistiken als Erzählungen. Und die besagen, dass die Pandemie namens Covid-19 eine freie Erfindung der entfesselten Pharmaindustrie ist. Die Sterblichkeit liegt im Bereich der saisonalen Grippe.

Trotzdem, Statistiken sind ja auch nicht die letzte Wahrheit. Sie sind auch nicht pragmatisch. Anders als meine Bekannten.

Ich kenne inzwischen mindestens drei Dutzend, allesamt massnahmenkritisch. Sie lassen sich trotzdem impfen, weil sie nicht aufs Ausland verzichten können.

Das freut den Bundesrat sicher. Denn dann muss er keine Prügel von den Pharmariesen beziehen.

Natürlich könnte ich mich auch impfen lassen, aus schlechtem Gewissen heraus, weil irgendwo in irgendeinem Fonds, in den meine Pensionskasse investiert, sich sicher Pharmaaktien befinden. Und wenn ich schon von ihnen profitiere, könnte ich ja aus Dankbarkeit an ihrem Menschenexperiment teilnehmen.

Also im Grunde schade ich mir eigentlich nur, wenn ich mich nicht impfen lasse.

Ich schliesse mich aus der Gesellschaft aus.

Ich gelte als unsolidarisch.

Ich darf nicht mehr ins Fitnesszentrum und auch nicht ins Theater, schon gar nicht in die Beiz.

Ich benehme mich dem Bundesrat gegenüber ungehörig.

Also, warum lasse ich mich nicht impfen?

Weil mein Körper meine letzte Bastion ist.

Wenn der Bund sein Gewaltmonopol missbraucht, wenn der Bund die Meinungsfreiheit unterdrückt, wenn der Bund die Würde des Menschen missachtet, wenn der Bund die Versammlungsfreiheit nicht mehr gewährleistet, wenn der Bund die Geschäfts- und Gewerbefreiheit unterbindet, wenn der Bund die Gleichheit der Menschen untergräbt, dann bleibt mir als Bürgerin nur noch mein Körper, um meinen Widerstand zu manifestieren.

Nicht impfen ist stiller Protest. Auf den Strassen manifestiere ich laut.

Dem Staat, der mir meine Grundrechte entzieht, kann ich nur meinen Körper entgegenstellen.

Auf der Strasse.

Und indem ich meinem Körper dem Staatseingriff verweigere.

Deshalb kein PCR-Test, kein Schnelltest, keine Impfung.

Dem staatlichen Übergriff kann ich nur noch meinen Körper entgegenhalten.



Text: Emilia Marchese